Zwischen
Hiobsbotschaften und stolzer Jahresbilanz
- Arbeitsreiches fünftes Vereinsjahr für die Burgfreunde Runding –
Runding:
Am Samstag, dem 24. 11. 01, hatte die Vorstandschaft der Burgfreunde Runding zur
Jahreshauptversammlung in die Schlossbrauerei Brandl-Kopp geladen. Eine beträchtliche
Zahl von Mitgliedern folgte diesem Ruf und konnte sich wieder einmal von der
stolzen Jahresbilanz überzeugen und über die Vorhaben im nächsten Jahr
informieren.
Der
Vorsitzende Franz Amberger konnte unter den Mitgliedern auch Bürgermeister
Willi Hastreiter und die Ehrenbürger der Gemeinde Alfred Graf und Karl Beer
begrüßen. Hervorgehoben wurden außerdem ein Ritter des Deutschen Ritterordens
und vor allem drei jugendliche Neumitglieder aus Bodenstein bei Nittenau, die
sich in diesem Jahr mit großem Eifer an den Arbeitseinsätzen beteiligten.
„Das
Vereinsjahr 2001 begann unter keinem guten Stern“, so eröffnete Amberger den
Jahresbericht, der mit Dias aus dem Vereinsleben veranschaulicht wurde. Zunächst
musste man das Scheitern des Drei-Jahres-Projekts der CAH (Christliche
Arbeiterhilfe) zur Fortsetzung der Grabungen auf der Ruine verwinden. Höheren
Orts hatte man wegen angeblich zu geringer Qualifizierungsmöglichkeiten für
die Jugendlichen keine Bewilligung erteilt. Ferner wurde ein Zuschussantrag zur
Mitfinanzierung des Bauabschnitts V von der Sparkassenstiftung negativ
verbeschieden, obwohl Gemeinde und Verein alles Erforderliche getan hatten. Und
weil aller guten (schlechten) Dinge drei sind, entdeckte man bei der Entfernung
der Winterabdeckung, dass die im Herbst davor sanierte Zwingermauer im Südosten
der Anlage die Frostperioden keineswegs heil überstanden hatte.
Diese Hiobsbotschaften hätten das Jahresarbeitsprogramm ganz schön durcheinander gebracht, so fuhr der Vorsitzende fort. Konnte man einerseits die Unterbrechung der archäologischen Grabungen noch als willkommene Gelegenheit zum Nacharbeiten und Erledigen anderer Maßnahmen nutzen, so gebot andererseits der Zustand der Zwingermauer sofortiges Handeln. In acht Wochenendeinsätzen wurden schließlich die Mängel weitgehend behoben, wie 2. Vorsitzender Ludwig Biebl später in seinem Bericht zu den Arbeitseinsätzen ergänzte.
Daneben
wurde der Innenbereich des Getreidekastens in der Vorburg planiert und angesät.
Bei der Rundbogenrekonstruktion im Nordosten des Gipfelfelsens - finanziert aus
eigenen Mitteln - erledigte der Verein die Handlangerdienste. Als schwieriges
Unterfangen erwies sich die denkmalgerechte Wiedererrichtung der Außenschale
der in den Palasbau integrierten Wehrmauer aus dem Zeitraum um 1200. Unter Berücksichtigung
aller weiteren Aktivitäten auf der Ruine beläuft sich die im Jahr 2001 bisher
geleistete Arbeit auf zirka 800 Stunden, was die letzten Jahre deutlich überbietet.
Bei
der Doppelveranstaltung Burg-Cafe´ und Tag des Offenen Denkmals hatte man mit
den Unbilden der Witterung zu kämpfen. Trotzalledem nutzten etwa hundert
geschichtsinteressierte Personen das Angebot einer Führung durch die Grabungen
der letzten beiden Jahre. Ihre Solidarität zur Burg und zum Verein der
Burgfreunde hätten viele Rundinger gerade dadurch zum Ausdruck gebracht, so
betonte Franz Amberger, dass sie sich auch von Regenschauern und heftigen Windböen
nicht vom Besuch des Burg-Café abhalten ließen.
Die
Liste der fast schon Tradition gewordenen weiteren Veranstaltungen ist lang.
Auch im kommenden Vereinsjahr beteiligt man sich am Rundinger Christkindlmarkt
und am Faschingszug. Im Frühjahr findet ein Hüttenabend auf dem Haidstein
statt, im Juni ein Schaueramt auf der Burg und im August das traditionelle
Burgcafé. Im Herbst folgt eine Rundwanderung, um alten Hofmarken und Burgställen
im Gemeindebereich nachzugehen.
Eine
Beteiligung am Internationalen Museumstag im Mai ist ebenso beabsichtigt wie die
erneute Teilnahme am Tag des Offenen Denkmals Anfang September. Bei letzterem
Termin können sicher wieder neue Erkenntnisse über die Baugeschichte der Burg
Runding präsentiert werden, wenn das für 2002 fest zugesicherte normale
ABM-Projekt unter der Leitung des Archäologen Bernhard Ernst aus Bamberg zur
Durchführung kommt. Selbstverständlich werden die geplanten Grabungsarbeiten
im Nordost-Flügel der Burg durch Vor- und Nacharbeiten von Seiten des Vereins
unterstützt.
Außerdem
steht die Sanierung der Mauerkronen auf drei Seiten des Getreidekastens an. Die
bereits genehmigte Rekonstruktion des Backofens im Südostteil wird mit Hand-
und Spanndiensten begleitet. Laufende Pflegemaßnahmen innerhalb der Anlage
verstehen sich von selbst.
Besonders
wies der Vorsitzende auf die „KlangFarben“-Konzerte in der Rundinger
Pfarrkirche hin. Runding sei mittlerweile zu einem Qualitätsbegriff in der
regionalen Kirchenmusikszene geworden. Es sei ein deutlicher Besucherzuwachs zu
verzeichnen, so dass die Konzertkasse auch dank der Unterstützung einheimischer
Unternehmen ein Plus aufweise. Die Qualität der Darbietungen solle auf alle Fälle
gehalten werden, was auch das Programm des bevorstehenden Weihnacht-Triduums
unter Beweis stellen werde.
In
seinem Grußwort würdigte Bürgermeister Hastreiter die Leistungen des Vereins,
der durch seinen Einsatz das seit 1991 laufende Projekt der Burgsanierung in
Runding erst richtig in Schwung gebracht hat. Er bedankte sich für das bisher
Geleistete und ermunterte zum ungebrochenen Weitermachen, ein Wunsch, dem sich
auch Herbert Maurer namens der Chamer Regionalhistoriker anschloss.
Eine
Serie von Dias, die aus der luftigen Höhe des im Sommer 2000 eingerüsteten
Dohlenturms in die Weite der Cham-Further-Senke und die Bayerwaldberge gemacht
worden waren, und von Aufnahmen, die neu entdeckte Postkartenansichten aus den
ersten zwei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts zeigen, bildete den
Abschluss der Versammlung.