Burgfreunde wollen alten Backofen reaktivieren

 

Zusätzliche Attraktion auf der Burgruine – Harmonische Mitgliederversammlung

 

Sichtbare Fortschritte bei der Freilegung und Instandsetzung der Burgruine, umfassende Öffentlichkeitsarbeit, Beiträge zur Bereicherung des Dorflebens, Einstieg in eine hochwertige Konzertreihe, über 30 neue Mitglieder: Die Bilanz der Rundinger Burgfreunde kann sich auch im vierten Vereinsjahr sehen lassen. Die Mitgliederversammlung honorierte die geleistete Arbeit mit einem eindrucksvollen Vertrauensbeweis für das bewährte Führungsquartett um Franz Amberger. 

Mit 45 Anwesenden erfreute sich die Jahreshauptversammlung am Samstagabend im Brauereigasthaus Brandl wieder eines guten Besuchs. Aus der dreistündigen Veranstaltung konnten die Mitglieder eine Fülle von Informationen rund um die Burgruine und die sonstigen Aktivitäten des Vereins mit nach Hause nehmen.  

In seinen Ausführungen über die laufenden Maßnahmen auf der Burgruine wies Vorsitzender Franz Amberger darauf hin, dass das von Landrat Theo Zellner initiierte und von der Gemeinde befürwortete Drei-Jahres-Projekt zur Fortführung der Grabungen unter Trägerschaft der CAH (Christliche Arbeiterhilfe) völlig neue Perspektiven eröffne. „Wenn alles so läuft, wie es geplant ist und wie wir uns das wünschen, dann ist Runding Ende 2003 die größte flächig freigelegte Burg in ganz Bayern“, verdeutlichte er den Stellenwert des Vorhabens. Damit hätte Runding eine Attraktion, die weit und breit ihresgleichen suche, so der Vorsitzende.  

Was die sonstigen von Peter Schönberger rekapitulierten Jahresvorhaben angeht, so konnte die Vorstandschaft in allen Punkten Vollzug melden. Dank der großzügigen Förderung ortsansässiger Betriebe und Unternehmer hat sich auch das jüngste „Kind“ des Vereins, die kirchenmusikalische Konzertreihe „KlangFarben“, prächtig entwickelt. „Der große Durchbruch ist uns noch nicht gelungen, aber wir sind auf einem guten Weg“, bilanzierte Amberger. 

Nach dem Bericht des 2. Vorsitzenden Ludwig Biebl haben die Burgfreunde in diesem Jahr wieder 540 freiwillige Arbeitsstunden auf der Burgruine geleistet. Damit summieren sich die seit 1996 vom Verein erbrachten Einsatzstunden auf rund 2250. 

Laut Kassier Rudolf Lempart schließt das Geschäftsjahr 1999/2000 mit einem Guthaben von knapp 23000 Mark; dank der eingegangenen Spenden gibt es sogar auf dem separat geführten Orgel-Konto ein kleines Plus. Der aktuelle Mitgliederstand: 308. 

Bürgermeister Willi Hastreiter ließ in seinem Grußwort Zahlen sprechen. Die ABM-Maßnahme eingeschlossen, seien für die Burgruine bislang 1,2 Millionen Mark aufgewendet worden. Die Gemeinde habe sich an den Kosten mit 180000 Mark beteiligt, das entspricht einem Anteil von 15 Prozent. Wie Hastreiter ankündigte, werde die Gemeinde bei der Instandsetzung im kommenden Jahr eine Verschnaufpause einlegen. Dafür werde man alles daransetzen, dass das geplante CAH-Projekt zum Tragen kommt, versprach er. 

„Heimatpflege im besten Sinn“ bescheinigte Hans Wrba den Rundinger Burgfreunden. Die kulturellen Veranstaltungen des Vereins stünden auf hohem Niveau, die erbrachten Leistungen für die Rettung, Erforschung und Wiederbelebung der Burgruine seien für die gesamte Region ein unschätzbarer Gewinn, so der neue Chamer Kreisheimatpfleger. 

Bei der Durchführung der Neuwahl hatten Bürgermeister Willi Hastreiter und seine Helfer eine leichte Aufgabe. Alle Amtsinhaber stellten sich wieder zur Verfügung und wurden jeweils einstimmig bestätigt: Vorsitzender bleibt Franz Amberger, Stellvertreter Ludwig Biebl, Schriftführer Peter Schönberger, Kassier Rudolf Lempart; als Kassenprüfer fungieren weiterhin Willi Wanninger Klaus Dittrich.  

Für 2001 haben sich die Burgfreunde etwas ganz Besonderes vorgenommen:
Aus Vereinsmitteln soll der bei den diesjährigen Grabungen entdeckte Backofen an der Innenseite der Wehrmauer rekonstruiert und gebrauchsfertig gemacht werden – in Absprache mit der Denkmalpflege, versteht sich. „Vielleicht gibt es schon zum Burgcafe 2001 Hausmeisterbrot aus dem eigenen Ofen“, so Vorsitzender Franz Amberger. Weiter sollen ein Schaukasten für Besucherinformationen auf der Burg und eine Stellwand als Ergänzung zur Ausstellungsvitrine in der alten Kirche angeschafft werden.

Beim Veranstaltungsangebot will man am bewährten Programmschema festhalten. Obligatorisch ist die Teilnahme am Christkindlmarkt und am Faschingsumzug. Im Frühjahr wird der Archäologe Bernhard Ernst seinen Grabungsbericht 2000 im Rahmen eines Vortrags vorstellen. Ziel der Exkursion auf den Spuren der Nothaft ist im Mai die ehemalige Hofmark Hohenwarth. Im Juni ist wieder ein Schaueramt auf der Burg geplant, im Juli ein Festspiel-Besuch. Das beliebte Burgcafe findet 2001 im Rahmen des Denkmaltages am 9. September statt. Bei den KlangFarben bleibt alles beim Alten: Geplant sind je ein Konzert im Frühjahr und Herbst, dazwischen eine Veranstaltung mit der Landkreismusikschule und zum Jahreswechsel das Orgel-Triduum.

 

Im Amt bestätigt: Die Vorstandschaft mit Franz Amberger, Peter  Schönberger, Ludwig Biebl und Rudolf Lempart (von links).