Exkursion 2005

Als am Haidstein die Raubritter hausten

 

Haidstein und Liebenstein fielen im 16. Jahrhundert an die Notthafft

 

Viele alte Burgen bringt der Volksmund heute in Verbindung mit den gefürchteten Raubrittern, die aus der gesicherten Behausung heraus ihre Beutezüge unternommen haben. Zu den wenigen Befestigungsanlagen, auf die diese Unterstellung zutrifft, gehören die beiden Burgen am Haidstein.

 

Die Burgruinen Haidstein und Liebenstein waren am Sonntag Ziel einer Exkursion der Rundinger Burgfreunde. Unter der sachkundigen Führung des Mittelalterarchäologen Dr. Bernhard Ernst erfuhren die knapp 20 Teilnehmer Wissenswertes zur Baugeschichte der beiden Anlagen und ihren Besitzern. Beide Burgen waren wohl schon ruinös, als sie im 16. Jahrhundert samt der umliegenden Ländereien an die Notthafft fielen. Dort blieben sie dann auch bis zum Verkauf der Herrschaft Runding an den bayerischen Staat 1829.

 

Die Überreste der im 12. Jahrhundert durch die Markgrafen von Cham errichteten Burg Haidstein und vor allem ihre Lage um den 750 Meter hoch gelegenen Gipfelfelsen sind nach wie vor imposant. Es handelt sich um eine dreiteilige Gipfelburg mit Hauptburg, innerer und äußerer Vorburg. Auf dem Weg von der Haidsteinhütte zum Plateau hinauf deutlich zu erkennen das Tor der äußeren Vorburg, Teile der Ringmauer und der Versturztrichter einer Zisterne. Eine Burgkapelle ist seit 1366 belegt. Aus ihrer Ausstattung dürfte der berühmte Haidsteiner Christus, das Schmuckstück der heutigen Wallfahrtskirche St. Ulrich, stammen.

 

Die Burg Liebenstein war deutlich kleiner. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von den Liebensteinern erbaut, war sie als zweiteiligen Gipfelburg angelegt. Die Oberburg mit Bergfried und Wohnbau stand auf dem so genannten Hohlbeer-Berg, einem Ausläufer des Haidstein, die Unterburg südlich davon. Von Mauern ist heute nichts mehr zu sehen, wohl aber vom Burggraben, der die Anlage nach Süden hin geschützt hat.